MGD: Heteren - A'dam-Rijnkanaal

Nederrijn · km 895.0-929.0

Minst gepeilde diepte (MGD) - Mindesttiefe laut Peilung
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Rijkswaterstaat veröffentlicht den MGD einmal täglich, gegen 08:00 Uhr.

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Minst gepeilde diepte (MGD) - Mindesttiefe laut Peilung

Dies ist ein Dienst der niederländischen Regierung, der die tatsächlich gemessene Fahrrinnentiefe in der markierten Fahrrinne meldet, da die Tiefe unter OLR (was eigentlich eine internationale Vereinbarung ist, die also einfach verletzt wird) nicht eingehalten wird. Sein praktischer Nutzen wird oft als begrenzt angesehen, ähnlich wie die garantierte Tiefe unter GlW oder OLR, da die genauen Standorte der Untiefen nicht angegeben werden. Im Frühjahr 2025 wurde beispielsweise eine Untiefe auf der Waal in der Fahrrinne entdeckt. Sofort wurde die Mindesttiefe laut Peilung um 70 Zentimeter angepasst, obwohl die verbleibende Breite der Rinne noch mehr als ausreichend war. Dadurch gehen jedoch auch wertvolle Informationen verloren, wie etwa über die Tiefe bei der gefährlichen, flachen Hartbodenschicht bei Nijmegen. Damit ist es eher ein Werkzeug, um die Verantwortung auf den Schiffsführer abzuwälzen. Die niederländischen Vorschriften sind nämlich so, dass ein Schiffsführer rechtliche Probleme bekommen kann, wenn er tiefer als die veröffentlichte MGD geladen hat und danach auf Grund läuft, selbst wenn dies durch das Verschulden eines anderen verursacht wurde und selbst wenn er sich an die garantierte Tiefe unter OLR mit 30cm Marge halten würde, genau wie in Deutschland. Das Besondere ist jedoch, dass keine Sicherheitsmarge empfohlen wird: solange man nicht tiefer als der MGD liegt, ist es in Ordnung, was in der Praxis eigentlich keinen Sinn ergibt, da ein Schiff immer Squat erfährt. Eine Grundberührung ist damit theoretisch immer noch möglich, wenn man über einen Abschnitt fährt, der nicht tiefer als der MGD ist.

Auf der Boven-IJssel ist das auch so. Erfahrene Schiffsführer wissen, dass sie ihren Tiefgang oft um weitere 15 cm über den veröffentlichten MGD hinaus erhöhen können, während sie dennoch einen sicheren Abstand zu den tatsächlichen Untiefen in der tiefsten Rinne einhalten. Damit entspricht der tatsächliche Tiefgang auch eher der von Rijkswaterstaat angestrebten Fahrrinnentiefe von 250 cm bei OLR. Dafür muss man jedoch gut über die Untiefen informiert sein und eventuell auch regelmäßig das Bugstrahlruder einsetzen, um durch die tiefere Außenkurve zu fahren, sowie unterhalb von Kurven, in denen offiziell kein Begegnungsverbot gilt, auf die Talfahrt warten. Letztendlich ist dies auch möglich, weil bei Niedrigwasser weniger Fahrrinnenbreite benötigt wird, als sich aus den Standardberechnungen zur Dimensionierung von Wasserstraßen ergibt. Mit leerem Schiff benötigt man wieder mehr Platz, aber in diesem Fall sind die flachen Innenkurven weniger ein Problem. Aber auch hier bleibt das tiefere Laden als der MGD ein Risiko, da die Tiefen der Übergänge zwischen den Kurven nicht veröffentlicht werden (die tatsächlichen Untiefen), und im Falle einer Grundberührung wird der schiffer haftbar gemacht.
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